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Kirchensonntag 2011
Freiwillige vor!
Viele von uns kennen diesen Aufruf aus der Schulzeit, dem Vereinsleben oder aus dem Militär.
Mit mehr oder weniger Begeisterung wurde dem Aufruf jeweils Folge geleistet oder auch nicht.
In letzter Zeit hört man, z.B. auch in der Politik, vermehrte Klagen, dass es immer schwieriger sei, Freiwillige zu rekrutieren. Darum ist es sinnvoll, dass auch die Kirche sich diesem Thema annimmt.
Der Berner Kirchenrat hat die Freiwilligenarbeit unter dem Motto „Freiwillige für eine lebendige Kirche“ zum Thema des diesjährigen Kirchensonntags erwählt. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich war überrascht, wie viele Freiwillige in unserer Kirchgemeinde tätig sind!
Wie gewohnt am Kirchensonntag, wurde der Gottesdienst von Mitgliedern des Kirchgemeinderates und weiteren Freiwilligen vorbereitet und durchgeführt. (Die beiden Pfarrer durften sich für einmal bequem in der Kirchenbank zurück lehnen). Nun aber schön der Reihe nach.
Mit festlichen Orgelklängen eröffnete der Organist Karel Valter den Gottesdienst. Die Kirchgemeinderätin Ruth Meier begrüsste die Gemeinde mit dem Bibelwort „Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat“. Sie betonte, dass unsere Kirche mit und durch die Arbeit von Freiwilligen lebt. Wir sind die Kirche! Nach Gebet und gemeinsamem Lied wurden, stellvertretend für die gesamte Freiwilligenarbeit in unserer Kirchgemeinde, drei ausgewählte Gebiete vorgestellt.
Regula Egli sprach für den Kirchenchor und zeigte mit einem Strauss von Voten der Sängerinnen und Sänger, wie beglückend das Chorsingen ist. „Chorsänger leben länger“, „ Es ist ein Geben und Nehmen“, „Das Singen im Kirchenchor stärkt die Seele“. Diese und viele weitere Aussagen lassen erahnen, wie bereichernd Freiwilligenarbeit sein kann. Mit dem Lied „Hebe deine Augen auf“ von F. Mendelssohn bekräftigten die Sängerinnen und Sänger die vorangehenden Aussagen.
Vreni Kurt wies auf das zentrale Kirchenfenster, wo das Jesuswort „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihnen gehört das Himmelreich.“ Man spürte, mit welcher Hingabe sie und alle in der Kinderarbeit tätigen dem Auftrag nachgehen, den Kindern mit Geschichten, Liedern, Spielen und gemeinsamen Erlebnissen den Glauben zu vermitteln. Die Kinder sind die Zukunft unserer Kirche!
Trudi Hiltbrunner zeigte auf, wie es zur Bildung des Besuchsdienstes kam und wie wichtig und bereichernd diese Aufgabe ist, gerade in der heutigen Zeit der Vereinzelung und der Vereinsamung. Der Besuchsdienst sei aber nicht etwa Konkurrenz zu den Besuchen der Pfarrer, sondern als willkommene und notwendige Ergänzung zu verstehen.
Allen drei Voten gemeinsam ist das Hervorheben des „Gebens und Nehmens“, eine eigentliche Grundwahrheit im menschlichen Zusammenleben. Bei vielen kommt aber heute zuerst einmal das Nehmen und dann später vielleicht auch ein bisschen Geben.
Wie viele Freiwillige aber wirklich in unserer Kirchgemeinde tätig sind, zeigte Ruedi Zöllig an Hand von Fotoporträts auf der Leinwand. Ich habe sie nicht gezählt, aber es sind wohl ein paar Dutzend Freiwillige, die zusammen mit den vorgängig Erwähnten sich in folgenden Gebieten betätigen:
Wandergruppe 60+, Lyonsclub, Jungschar, Emmausgruppe, ....
Wie es sich für einen reformierten Gottesdienst gehört, stand auch an diesem Sonntag die Predigt im Zentrum. R. Zöllig stellte sie unter das Pauluswort im 1.Korinther 12, 12 – 27. Dort wird, kurz gesagt, die Kirche mit dem Leib Christi verglichen. Jeder Teil des Leibes hat seine besondere Aufgabe. So ist es auch mit den Kirchenmitgliedern: Jede und jeder hat seine besonderen Gaben und Begabungen und darum auch eine entsprechende Aufgabe in der Gemeinde. Der Prediger sprach die Anwesenden direkt an: „Merkst du es? Die Kirche braucht dich! Dich mit deinen Gaben.
Mit deinen Stärken und Schwächen.“
In abschliessenden Gedanken wurde allen gedankt, die mit halfen, den Gottesdienst zu gestalten. Der Kirchenchor beendete den Gottesdienst mit dem Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“.
Und dann durften alle Freiwilligen ein kleines Dankespräsent entgegennehmen. Alle Gottesdienstbesucher wurden zum gemütlichen Apéro in den Chileträff eingeladen.
So schön und einladend kann Kirche sein!
Hans R. Meier